Nachhaltigkeit bedeutet dauerhaft ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig, diese drei „Säulen" wurden bereits von den Vereinten Nationen formuliert.
Viele Menschen möchten gerne nachhaltiger leben. Obwohl ihnen Tierwohl, fair produzierte Mode, Sozial-standards, Umweltschutz, Meere ohne Plastik und weniger Straßenverkehr wichtig sind, verhalten sie sich im Alltag dann doch anders. In der Wissenschaft wird dies als Intention-Behaviour-Gap bezeichnet, also die Lücke zwischen der starken Absicht und dem konkreten Verhalten
Achten wir bei unserem täglichen Handeln auf die Folgen für Mensch, Tier und Natur?
In den einzelnen Themenräumen geben wir Infos über das Ausmaß von Fleischkonsum, Fast Fashion, Müll und Streaming. Wie gelingt es uns, nachhaltiger zu leben, und ist die Digitalisierung eher kontraproduktiv oder unterstützend? Tipps zum nachhaltigen (und reduziertem) Konsum ergänzen die jeweiligen Themenräume ohne dabei irgendetwas vorschreiben zu wollen. Sie stellen Beispiele dar, um sich mit dem Thema näher zu befassen. Jede* trägt Verantwortung, und unser Handeln hat Einfluss auf Veränderung.
Viel Spaß beim Stöbern!
Online Shopping ist nicht unbedingt umweltschädlicher als der Einkauf im Laden, aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Die Umweltbillanz im Vergleich hängt auch vom zurückgelegten Weg zum Laden ab (z.B. zu Fuß, mit dem Nahverkehr, mit dem Auto). Je nach Weg ändert sich der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Einkauf im Internet deutlich.
In immer kürzeren Abständen werden Trends massenhaft produziert. Fast Fashion hat die Textilbranche entscheidend verändert. Die Bekleidungsindustrie überschüttet den Planeten mit Textilien: Jedes Jahr werden 56 Millionen Tonnen verkauft, 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Mode ist so günstig, dass sie zur Wegwerfware wird. Dabei erstickt die Welt in Bekleidung.
Die Gegenstrategie zur Fast Fashion lautet „Slow Fashion“ und „Fair Fashion“
Dabei geht es um langfristige und faire Beziehungen zu Produzent*innen, Rohstoffanbauer*innen und um faire Arbeitsbedingungen für Weber*innen und Näher*innen. Der „Green Fashion“ Markt setzt auf Transparenz, Verzicht von chemischen Verarbeitungstechniken, wenig Energie und Ressourcenverbrauch sowie Umweltstandards.
Der Umsatzanteil von wirklich nachhaltiger Mode in Deutschland liegt derzeit nur bei ca. 1 - 4%.
In Deutschland sorgt ab 2023 das Lieferkettengesetz für mehr Transparenz. Damit werden Unternehmen verpflichtet und in Haftung genommen,wenn in ihrer Lieferkette Verstöße wie z.B. umweltschädigende Produktionsverfahren oder schlechte Arbeitsbedingungen auftreten.
ist ein internationales Bündnis in 17 europäischen Ländern, dass sich seit seiner Gründung 1989 in den Niederlanden für Arbeitsrechte in der Bekleidungs- und Schuhindustrie einsetzt. Weltweit gehören der CCC über 200 Organisationen (Menschenrechts-, Frauenrechts-, Verbraucherorganisationen, Gewerkschaften) an. Das Ziel der CCC ist die Schaffung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungs- Sport- und Schuhindustrie.
Auch wenn sich ein Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung besonders unter jungen Menschen feststellen lässt, liegt der Fleischkonsum in Deutschland bei ca. 60kg pro Person im Jahr.
Bei diesem Verfahren wird mithilfe eines Lebensmitteldruckers etwa aus Rinder-Zellen ein Stück Fleisch produziert – massenmarkttauglich ist diese Methode jedoch noch nicht. Prognosen sagen, dass bis 2030 28% des Fleisches synthetisch oder aus pflanzlichen Alternativen sein könnte, im Jahr 2040 60%.
Mittels der Blockchain-Technologie können Verbraucherinnen und Verbraucher künftig verlässliche Angaben zu Herkunft und Produktion der Lebensmittel bekommen.
Bündelung von Erzeuger*innen verschiedener Produktgruppen, die über Online-Plattformen ihre Lebensmittel und Tiere anbieten.
In Deutschland werden jährlich umgerechnet ca. 9.800.000 Tiere in Form von Fleisch- und Wurstabfällen weggeworfen.
Die Größte Menge machen hiervon Schweine-, Puten- und Entenfleisch aus.
Von der Zucht, über die Verarbeitung, bis zum Verkauf könnte der Verlust von rund 235.000 Tierenleben pro Jahr vermieden werden.
Während weltweit noch immer über 800 Millionen Menschen an Hunger leiden, wird rund ein Drittel der für den menschlichen Verzehr bestimmten Nahrungsmittel verschwendet. Allein in Deutschland entstehen dadurch jährlich schätzungsweise 12 Millionen Tonnen Müll! Hinzu kommen damit verbundene Verpackungsabfälle, die zum großen Teil aus Plastik bestehen.
Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, den Welthunger bis 2030 zu beenden ("Zero Hunger by 2030") und die Politik war nicht tatenlos. Es liegt aber auch an jedem einzelnen von uns, unser Konsumverhalten zu reflektieren und ggf. zu verändern, denn über die Hälfte der jährlich in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel stammen aus den Haushalten der Bürgerinnen und Bürger.
In Deutschlandentstehen täglich 770 Tonnen Verpackungsmüll durch Takeaway-Einwegverpackungen.
Allein stündlich verbrauchen wir rund 320.000 Einweg-Becher, von denen bis zu 140.000 "To-go“-Becher sind.
Heutzutage findet unser Leben größtenteils online statt. Warum das Netz dann nicht auch für ein nachhaltigeres Leben nutzen? Es gibt zahlreiche Apps, die einem den persönlichen CO²-Fußabdruck vor Augen führen, das eigene Verhalten reflektieren lassen oder spielerisch zu einem bewussteren Verhalten animieren. Auch organisieren sich verschiedene Initiativen zur Müllvermeidung und Lebensmittelrettung in Onlinecommunities oder klären über Social Media und Websites auf.
Seit 2016 sind Plastiktüten nicht mehr kostenlos, dennoch werden in Deutschland weiterhin pro Kopf noch etwa 18 Tüten im Jahr verbraucht, was insgesamt rund 1,49 Milliarden Tüten bedeutet.
Hinzu kommen jährlich 17,4 Milliarden Einweg-Plastikflaschen, die 450.000 Tonnen Müll verursachen.
Würde man dieselbe Menge Rohöl und Erdgaskondensaten, die für deren Herstellung benötigt werden, zum Heizen nutzen, so könnte man 356.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang damit versorgen.
Refill: Eine ehrenamtliche Initiative, die über Umweltschutz, Müllvermeidung und Leitungswasser aufklärt sowie „Refill Stationen“ einrichtet, bei denen man kostenfrei Trinkwasser auffüllen kann.
Klima: Bewusstmachung des persönlichen CO₂ und der eigenen Müllproduktion via App, um das eigene Verhalten zu reflektieren und ggf. anzupassen.
Too Good To Go: Lebensmittel vor dem Mülleimer retten, indem man sie via App vergünstigt erwirbt (z.B. von Supermärkten). Darüber hinaus wird über verschiedene Aspekte von Lebensmittelverschwendung aufgeklärt.
Beste Reste - zu gut für die Tonne: Informationsinitiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gegen Lebensmittelverschwendung, u.a. mit einer App, in der Rezepte für übriggebliebene Lebensmittel gesammelt werden.
Foodsharing: Initiative und bildungspolitische Bewegung zur Lebensmittelrettung, die v.a. Wegwerfware aus dem Einzelmarkt in sogenannten "Fairteilern" zur Selbstabholung bereitstellt.
Mehrweg-Pfandsysteme: Start-Ups wie Vytal, reCIRCLE oder RECUP bieten Mehrwegbehälterfür To Go / Take-Away Lebensmittel an.
Das Internet ist ein Stromfresser! Google-Abfragen, Social Media Apps, Cloud-Nutzung, Musikapps, Emails, Videostreaming, autonomes Autofahren, Kryptowährungen, z.B. das Mining von Bitcoin, benötigen Energie! Streng genommen belastet jeder Mausklick das Klima!
Weltweite Server-Rechenzentren, 24/7 in Betrieb, verwalten riesige Datenmengen und benötigen dafür Energie, sie produzieren größtenteils ungenutzte Abwärme und brauchen vor allem zusätzliche Kühlungsenergie für die Server (Klimaanlagen, Rückkühlung, Ventilatoren usw.).
Etwa 40% des Internetstromverbrauchs wird für diese komplexen Kühlsysteme benötigt!
Eine Google-Suchanfrage verursacht einen Strombedarf von rund 0,3 Wattstunden.
Bei 1 Mio. Suchanfragen pro Sekunde sind das 300 kWh. Nur zum Vergleich: Ein Single-Haushalt verbraucht durchschnittlich 1.500 kWh pro Jahr.
Forrest: Konzentrationsapp, mit deren Erlös echte Bäume gepflanzt werden.
Ecosia: Suchmaschine, die Baumprojekte finanziert.
Better Stream:: Informiert über nachhaltige & grüne Themen.
Klimakompasss von Worldwatchers: CO₂-Rechner für den Alltag; Berechnung des persönlichen ökologischen Fußabdrucks.
Tomorrow: Nachhaltiges Mobile Banking Produkt.
Eevie: Tracking des eigenen Verhaltens, um Bewußtsein für Nachhaltigkeit zu schaffen.