Die Stolpersteine in der Hiroshimastraße
Die Hiroshimastraße, einst Hohenzollernstraße, war Teil eines gutbürgerlichen und lebendigen Wohnviertels und war gesäumt von prächtigen Stadtvillen und Mietshäusern. In der Hohenzollernstraße 19 lebten Anfang des 20. Jahrhunderts Bruno Weyl und Theodor Wolff mit ihren Familien. Stolpersteine erinnern jeweils an den letzten frei gewählten Wohnort.
Neuverlegung des Stolpersteines vom 10.4.2019
Nachdem der Stolperstein für Bruno Weyl nicht auffindbar war, organisierte das Projekt gegen Rechts der FES eine Neuverlegung. Am 10. April 2019 wurde in einem feierlichen Festakt mit vielen anwesenden Kolleg_innen sowohl Bruno Weyl als auch Theodor Wolff gedacht.
Wer waren Theodor Wolff und Bruno Weyl?
Theodor Wolff, 1868 in Berlin geboren, war ein bekannter Journalist, Schriftsteller und Publizist zur Zeit der Weimarer Republik. Gemeinsam mit seiner Frau Änne Hickethier, einer protestantischen, aus Preußen stammenden Schauspielerin, und seinen drei Kindern Richard, Rudolf und Lilly lebte auch er in der Hohenzollernstraße 19.
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Bruno Weyl, der 1881 in Erlangen geboren wurde und zum Studieren nach Berlin zog, war über 30 Jahre lang als Elektroingenieur bei der der Firma Siemens-Schukert beschäftigt. Mit seiner Frau Marie-Luise Weyl, Tochter eines berühmten jüdischen Arztes, hatte er zwei Kinder: Heinrich und Sabine.
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Über das Projekt
Das Projekt der Stolpersteine: Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihren letzten selbstgewählten Wohnorten Gedenktafeln aus Messing in den Gehweg einlässt. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch. Sie bringen die Namen und Lebensgeschichten der Menschen zurück und helfen so vor allem den Angehörigen ihrer Verwandten zu gedenken und Traumata aufzuarbeiten. In den jeweiligen Gemeinden helfen sie, die lokale Geschichte aufzuarbeiten und das Gedenken lokal zu verankern. Sie fördern einen öffentlichen Diskurs und integrieren die nachwachsende Generation in die Recherche und Aufarbeitung. Im Idealfall immunisieren sie gegen ähnliche Entwicklungen, machen uns sensibel für Menschenrechtsverbrechen und erinnern uns daran, wie wichtig eine offene und tolerante Gesellschaft ist.
Demnig entwickelte das Projekt Anfang der 90er Jahre, um das Gedenken in die Städte und Straßen zu holen und außerdem die Orte zu markieren, an denen die Opfer lebten und die Verbrechen einst begannen. Nach dem Demnig auf großen Zuspruch der Angehörigen der Opfer stieß, beschloss er das Projekt auszuweiten, auch und gerade weil man im wortwörtlichen Sinne so über Geschichten der Opfer stolpert, unmittelbar und mit den eigenen Füßen. Mittlerweile liegen in 1265 Kommunen Deutschlands und 21 Ländern Europas Stolpersteine. Nicht nur ist jeder einzelne Stein ein Kunstwerk, alle Steine und involvierten Menschen bilden in ihrer Gesamtheit auch eine Soziale Skulptur.